Heinrich Kunz wurde am 1. März 1793 in Oetwil am See geboren. Sein Vater, Hans Heinrich Kunz (1766–1825), war in Oetwil am See Säckelmeister, Stillständer und Friedensrichter. Er war als Baumwollverleger tätig und beschäftigte 30 Handweber. Nebenbei betrieb er etwas Landwirtschaft. Die finanzielle Situation erlaubte es ihm, 1811 das stattliche Wohnhaus in der Gusch zu erwerben. Von seinen insgesamt elf Kindern aus zwei Ehen starben vier im frühen Kindesalter. Von den anderen spielten Susanna (1790–1849) und Elisabetha (1791–1853) eine wichtige Rolle im Leben von Heinrich Kunz. Susanna lebte mehr als zehn Jahre lang in der Fabrikantenvilla in Windisch und vertrat dort ihren Bruder Heinrich. Elisabetha ihrerseits führte bis zu ihrer Heirat mit Heinrich Hauser im Jahr 1834 den Haushalt ihres Bruders in Oberuster. Danach übernahm die Tochter von Susanna Zollinger-Kunz, Susette (1816–1895), den Haushalt von Heinrich Kunz in Oberuster, bis auch sie sich 1841 verheiratete.
Heinrich Kunz genoss eine solide Ausbildung im Knabeninstitut Fierz in Männedorf, bevor er bei der Firma Ziegler, Greuter & Cie. im elsässischen Guebwiller eine kaufmännische Lehre absolvierte. Aus dieser Zeit stammen die ersten erhaltenen Briefe von Heinrich Kunz an seine Familie. Von Guebwiller aus überzeugte Heinrich Kunz seinen Vater, in der Gusch eine mechanische Spinnerei einzurichten. Zurück in der Schweiz folgten Versuche, in Wetzikon sowie in Schaffhausen Spinnereien aufzubauen, was aber scheiterte. Erfolg hatte Heinrich Kunz dagegen in Oberuster, wo er ebenfalls zusammen mit seinem Vater eine Fabrik aufbaute. Während Vater Kunz insbesondere das notwendige Kapital zur Verfügung stellte und damit eigentlicher Eigentümer der Fabrik war, verantwortete Sohn Kunz die Beschaffung der Maschinen und später den ganzen Betrieb.
Nachdem die Bestrebungen, eine mechanische Spinnerei in Schaffhausen und in Wetzikon zu etablieren gescheitert waren, bemühten sich Vater und Sohn Kunz 1816 um entsprechende Wasserrechte in Oberuster. Bereits ein Jahr später liefen die ersten 15 Spinnstühle mit je 104 Spindeln. In zügigem Ausbau wurden 1824 bereits 8680 Spindeln betrieben, in den 1850 stieg die Zahl auf über 15'000. Einen Rückschlag erlitt die Produktion 1831, als die Gebäude niederbrannten. Der Wiederaufbau, den Heinrich Kunz nach dem Typ seiner Musterspinnereien baute, zeugt noch heute von der schlichten Eleganz jener stattlichen Fabrikbauten. Oberuster wurde auch zum Wohnsitz von Heinrich Kunz im heute noch erhaltenen Anbau zur Spinnerei und damit zum Zentrum seines Fabrikimperiums. Die Vorrangstellung wird auch daran erkennbar, dass Heinrich Kunz in Oberuster Mitte der 1840er Jahre begann, hochfeine Garne zu spinnen, womit er ein Vorreiter in der Schweiz war.
Mit dem Bau der Spinnerei in Niederuster 1824 kam es zu Streitigkeiten um Wasserrechte, die Jahrzehnte dauerten. Heinrich Kunz benutzte dabei die unrechtmässig erstellten oder erweiterten Wasserkanäle trotzdem. In den 1830er Jahren wurden in Niederuster über 5000 Spindeln betrieben, wobei diese Zahl bis in die 1850er Jahre auf über 10'000 stieg. Im Todesjahr von Heinrich Kunz waren in Niederuster knapp 15'000 Spindeln in Betrieb. Dieses immense Wachstum führte auch zu einer steten Zuwanderung von Arbeitskräften. Zusammen mit dem Spinnereifabrikanten Rudolf Frey errichtete er in der Nähe der Fabriken zwei grosse Kosthäuser.
Im Herbst 1836 reichten der bedeutende Glarner Zeugdrucker Egidius Trümpy und seine Söhne zusammen mit Heinrich Kunz beim Gemeinderat Linthal ein Gesuch zur Errichtung einer mechanischen Spinnerei und Weberei am rechten Ufer des Brummbaches ein. Die Fabrikanten erschienen den Behörden als eigentliche Retter in der Not. Die bisher im Dorf stark verbreitete Handweberei war von einer grossen Krise geprägt. Der Linthaler Gemeinderat zögerte darum nicht, grosszügige Bedingungen zu gewähren. Doch schon bei der Wahl des genauen Standortes konnten sich Egidius Trümpy und Heinrich Kunz nicht einigen, weshalb sich Trümpy vom Projekt zurückzog. 1838 wurde seine Spinnerei erbaut und danach 1839 in Betrieb genommen. Trotz weiterer Streitigkeiten vor der Betriebsaufnahme zwischen dem Gemeinderat und Heinrich Kunz betreffend das Bauholz wurden am 29. Juli 1841 in der «Glarner Zeitung» die positiven Auswirkungen der Industrialisierung gewürdigt. Die Spinnerei Linthal entwickelte sich in der Folge bis zum Tod von Heinrich Kunz 1859 zu seiner zweitgrössten Fabrik mit fast 35'000 Spindeln.
Ende 1837 erhielt Johann Conrad Nägeli, Fabrikant von Uster, die Bewilligung zur Betreibung eines Wasserwerks in Rorbas. Um das Jahr 1840 kam es dann aber zur Übernahme der noch unvollendeten Spinnerei durch Heinrich Kunz, weil ihm der frühere Fabrikbesitzer die gelieferten Spinnmaschinen nicht bezahlen konnte. Bereits ein Jahr später befasste sich der Regierungsrat mit einer Beschwerde wegen «Überschreitung der Wasserrechtsurkunde». Als Beschwerdeführer traten der Gemeinderatsschreiber, der dieses Amt wohl zusätzlich zu seinem Nebenamt als Gemeinderat ausübte, ein amtierendes und ein ehemaliges Gemeinderatsmitglied und ein weiterer Bürger auf. Der Regierungsrat hiess die Beschwerde gut und ging auf die Wünsche von Heinrich Kunz nicht ein. Der Spinnereibesitzer musste sogar noch die Expertengebühren von 36 Franken und 2 Batzen bezahlen. Dagegen nützte auch der Weiterzug bis vors Bezirksgericht nichts.
In Oberkemptthal wurde bereits 1830 ein Wasserwerk für eine mechanische Spinnerei bewilligt. 1841 übernahm Heinrich Kunz die Spinnerei, weil der Besitzer die von Heinrich Kunz gelieferten Spinnmaschinen nicht bezahlen konnte. Der neue Eigentümer baute sie von 1842 bis 1843 aus. Aber erst nach dem Tod von Heinrich Kunz wurde festgestellt, dass die schon seit 1843 bestehende Wasserkraftanlage nach der Betriebsübernahme durch ihn erheblich ausgebaut wurde, ohne von den Behörden die nötige Bewilligung einzuholen.
Die Nutzung der Sihl als Kraftquelle für Spinnereien wurde in Adliswil von verschiedenen Fabrikanten angestrebt. Entsprechend kam es zu langwierigen Auseinandersetzungen wegen der Wasserrechte, die vor Gericht, aber auch in den Medien heftig ausgetragen wurden. Heinrich Kunz seinerseits trat mit dem Kauf Fabrik in der Sood 1842 ins Geschehen ein. Er äusserte dabei auch seinen Unmut gegenüber den Behörden. Das brachte ihm schliesslich eine Verurteilung zu einer achttägigen Gefängnisstrafe wegen Beihilfe bei der Widersetzung gegen amtliche Gewalt und des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen. Schliesslich kam Heinrich Kunz über Umwege in den Besitz der fraglichen Wasserrechte.
Als letzte Spinnerei liess Heinrich Kunz diejenige im unteren Aathal (Gemeinde Seegräben) zwischen Uster und Ober-Aathal errichten. Zuvor baute der Kanton in diesem bis dahin nur schwer zugänglichen Gebiet zwischen Uster und Wetzikon als wichtige Voraussetzung eine Strasse. Die Strassenverbindung von Uster nach Wetzikon führte vorher über Seegräben. Die 1851 erbaute Spinnerei bildete den Kern einer neuen Siedlung im vorher unbewohnten Talabschnitt. Der imposante, fünfgeschossige Fabrikbau mit seinem Walmdach wurde quer zum engen Tal platziert, so wie es Heinrich Kunz auch andernorts tat.
Bei der Führung seiner weit verstreuten Fabriken stand Heinrich Kunz ganz im Zentrum. Vom Einkauf und der Qualitätskontrolle der Baumwolle über die Koordination der Produktion bis zur Preisgestaltung und zum Verkauf liefen die Fäden bei Heinrich Kunz zusammen. Wo er nicht persönlich sein konnte, hatte er ausgewähltes Personal, das er anwies und dem er auch einen gewissen Handlungsspielraum gewährte. Heinrich Kunz war aber auch technisch versiert und im Bilde, was den Zustand der Maschinen und Wasserwerke anbelangte. Als erster installierte er im Oberen Glattal neue Halbselfaktoren und spinnte später auf ihnen hochfeine Garne. Schliesslich reiste er durch ganz Europa, um sich über den Stand der Technik und die Situation am Markt zu informieren, um Baumwolleinkäufe zu tätigen und im Gegenzug Garn abzusetzen bzw. neue Kunden zu gewinnen. Unter anderem war er an der Weltausstellung 1851 in London mit einem Stand vertreten. Dank dieses Wissens und der Grösse seiner Unternehmungen erreichte er in der Schweiz bald eine bedeutende, wenn nicht beherrschende Marktstellung.
Den Gewinn aus seinen Unternehmungen investierte er zumeist wieder, indem er die Produktion erweiterte oder neue Etablissements eröffnete. In den späteren Jahren begann Heinrich Kunz sein Vermögen zu diversifizieren. Er investierte einerseits bei anderen Textilfabrikanten, andererseits aber auch in anderen Wirtschaftsbereichen, insbesondere im Eisenbahnwesen. So besass er beispielsweise mit über 300'000 Franken 5 Prozent der inländischen Aktien der Nordostbahngesellschaft. Vereinzelt tätigte er auch Spenden, und das durchaus mit namhaften Summen. Als nach dem Tod von Heinrich Kunz das Inventar seiner Hinterlassenschaften aufgenommen wurde, wies dieses neben rund 5 Millionen Franken als Aktive seiner Spinnereien rund 12 Millionen Franken Wertpapiere auf.
Das Bild von Heinrich Kunz in einer breiten Öffentlichkeit war dagegen negativ geprägt. Seine Persönlichkeit wurde von vielen Zeitgenossen als abweisend geschildert und erkannte die Not der Arbeiter nicht. Dies führte zu verschiedenen Auseinandersetzungen um Arbeitszeiten, Arbeiterschutz und Kinderarbeit, wobei seine Gegenspieler zumeist sozial engagierte Persönlichkeiten wie Lehrer und Pfarrer waren. Heinrich Kunz stritt oft und leidenschaftlich, wenn es darum ging, seine Meinung zu vertreten. Weder scheute er sich vor Gerichtsprozessen, noch zögerte er, sich in der Zeitung öffentlich zu verteidigen. Dabei lässt er deutlich den Manchester-Liberalen erkennen lässt. Gesetze zum Schutz der Arbeiter bzw. für deren Vorsorge gab es in der Frühzeit der Industrialisierung in der Schweiz kaum. Entsprechend gross war der Spielraum für die Arbeitgeber, was Heinrich Kunz ausnutzte. Um über die gesetzlichen Vorschriften hinaus den Arbeitern entgegenzukommen, fehlte ihm das zwischenmenschliche Gespür. Im Gegenteil: er sah die Bedingungen in den Fabriken als gerechtfertigt, da viele Menschen nur dank der Fabriken überhaupt Arbeit und Einkommen hatten. Und in der Tat kam es auch immer wieder vor, dass sich Arbeiter auf seine Seite schlugen, um beispielweise die Kinderarbeit nicht einzuschränken, was zu Einkommenseinbussen für die Familie geführt hätte.
Auf den ersten Blick erstaunlich, betrafen die meisten Gerichtsprozesse Wasserrechte, die Kunz beim Bau und Ausbau seiner Fabriken benötigte. Dies erklärt sich auch damit, dass Wasserrechte schon damals gesetzlich geregelt waren, im Gegensatz zum Baurecht oder auch zur Arbeitergesetzen, die weitgehend fehlten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass keine Fabrik gebaut wurde ohne Streitigkeiten um die Wasserrechte und Wasserbauten. Viele von ihnen wurden vor Gericht geführt, teils begleitet von polemischen Zeitungskommentaren. Das unterstreicht die Bedeutung der Wasserkraft für die Industrialisierung des Textilgewerbes, womit nicht nur Heinrich Kunz, sondern auch lokale Bodenbesitzer profitieren wollten, indem sie das Land und damit die Wasserrechte zu übersetzten Preisen veräusserten.
Im Unterschied zu seinen Vorfahren engagierte sich Heinrich Kunz politisch kaum. Er gehörte während etwas mehr als zwei Jahren dem Grossen Rat von Zürich an, dazu kam sein Einsitz in der kantonalen Handelskammer. Gehör verschaffte er sich aber auch mit Forderungen und Meinungen zum Strassenbau, die er öffentlich, zumeist in der «Neuen Zürcher Zeitung» äusserte. Die militärische Laufbahn verfolgte er bis zum Rang eines Oberstleutnants, wobei er unter anderem ein Kommando bei der Besetzung des Kantons Schwyz durch eidgenössische Truppen 1833 innehatte.
Gegen Ende seines Lebens beschäftigte sich Heinrich Kunz mit der Zukunft seines Fabrik-Imperiums. Im Vordergrund stand der Verkauf der Spinnereien an seinen Neffen Heinrich Zollinger (1820–1870) und den Ehemann seiner Nichte, Johannes Wunderly (1816–1873). Nachdem der Verkauf zunächst scheiterte, kam er schliesslich 1858 zustande, indem Heinrich Kunz den beiden genannten die Spinnerei Adliswil veräusserte. Kurz darauf verkaufte er die Spinnerei Oberuster an die «Hegnauer & Cie.». Die restlichen Fabriken behielt er bis zum Tod am 22. August 1859 in seinem Eigentum. Die Gesamtheit seiner Hinterlassenschaften wurde auf rund 17 Millionen Franken beziffert, womit Heinrich Kunz zu den reichsten Bürgern Zürichs gehörte. Aus seinem Nachlass wurden zahlreiche Spenden getätigt, darunter 400'000 Franken für den Neubau der Irrenanstalt Burghölzli – eine bedeutende Summe für das 2,2 Millionen Franken teure Projekt. Die Spinnereien wurden unter verschiedenen Namen noch bis ins 20. Jahrhundert betrieben und ausgebaut. Heute stellen die noch vorhandenen Fabrikgebäude wichtige Kulturdenkmäler dar, die sich als Kern moderner Wohn- und Gewerbequartieren grosser Beliebtheit erfreuen.
Heinrich Kunz war ein Einzelgänger. Bei der Führung des Unternehmens setzte er besonders stark auf Familienangehörige wie seine beiden Schwester Susanna (1790–1849) und Elisabetha (1791–1853) sowie seine Nichte Susette (1816–1895), die privat wie geschäftlich zu seinen Vertrauenspersonen gehörten. Susanna lebte mit ihren Kindern in der Fabrikantenvilla in Windisch und vertrat dort ihren Bruder. Entsprechend informieren uns seine Briefe an sie auch über geschäftliche Belange. Elisabetha und nach ihr Susette führten in Oberuster, dem Stammhaus des Kunz’schen Imperiums den Haushalt, bis sie sich 1834 bzw. 1841 verheirateten und einen eigenen Haushalt gründeten. In der Korrespondenz mit Ihnen zeigen sich, bislang unbekannt, gefühlsvolle Züge der Persönlichkeit von Heinrich Kunz. So schreibt er ihnen über gesellschaftliche Anlässe und sogar über Frauenbekanntschaften.
WOHLHABENDER VATER
AUSBILDUNG IM ELSASS, ERSTE SPINNEREIEN IN DER SCHWEIZ
GELUNGENER START MIT DER SPINNEREI IN OBERUSTER
Oberuster wurde zum Ausgangspunkt und zum Zentrum des Spinnerei-Imperiums von Heinrich Kunz. 1825, im Todesjahr seines Vaters, eröffnete er die erste eigene Spinnerei, jene in Niederuster. Es folgten die Spinnereien in Windisch 1829, Linthal 1839, Rorbas 1840, Kemptthal 1841, Adliswil 1842 und Unter-Aathal 1851. Während der eigentliche Bau der Fabriken kaum Anlass zu Auseinandersetzungen gab und daher wenig beschrieben ist, bildeten die Wasserrechte die Basis für zahlreiche Rechtsstreitigkeiten.
DAS FABRIKIMPERIUM VON HEINRICH KUNZ IN DEN 1850ER JAHREN
20 JAHRE PROZESSE UM DIE WASSERRECHTE IN NIEDERUSTER
Am 29. Dezember 1827 berief der Gemeinderat von Windisch eine ausserordentliche Gemeindeversammlung ein und informierte die Bürger, dass Heinrich Kunz plane, an der Reuss für eine mechanische Spinnerei Boden zu kaufen. Die Versammlung beschloss, Heinrich Kunz sofort einen Brief zukommen zu lassen, in dem sie die Freude über diese Pläne ausdrücken und ihm unentgeltlich das örtliche Bürgerrecht anbieten wollte. Im Jahr 1829 konnte die neue Spinnerei ihren Betrieb aufnehmen. Mit sechs Geschossen war sie das höchste Spinnereigebäude, das Heinrich Kunz je baute. Und bereits 1835 vollendeten seine Handwerker auf der anderen Seite des Wasserkanals die zweite Spinnerei. Die majestätische Doppelfabrik bildet heute den Kern einer modernen Wohn- und Gewerbesiedlung, wobei die Gebäude schon vor längerer Zeit von sechs auf vier Stockwerke umgestaltet wurden. Gemäss einer Zusammenstellung von 1846 wurden 567 Personen beschäftigt. Das war rund ein Viertel aller Beschäftigten bei Kunz und etwa halb so viele, wie Windisch an Einwohnern zählte. Auch hier liess Heinrich Kunz ein Kosthaus und sogar eine Fabrikschule errichten. Ende der 1850er Jahren wurden in Windisch rund 36'000 Spindeln betrieben.
BEGEISTERTER EMPFANG IN WINDISCH
ARBEIT FÜR DIE GLARNER BEVÖLKERUNG IN LINTHAL
GEGEN DEN GANZEN GEMEINDERAT RORBAS
FABRIKKAUF AUS EINEM KONKURS IN OBERKEMPTTHAL
GEFÄNGNISSTRAFE WEGEN WASSERRECHTSSTREIT IN ADLISWIL
EINE NEUE SPINNEREI IM VORHER UNERSCHLOSSENEN UNTER-AATHAL
TECHNISCH VERSIERT UND VIEL «EN ROUTE»
KUNZ ALS KAPITALGEBER
EIN HARTER FABRIKHERR
STREIT UM WASSERRECHTE
KLEINES ÖFFENTLICHES ENGAGEMENT
DAS ERBE EINES DES REICHSTEN ZÜRCHERS
DIE FAMILIENMITGLIEDER SPIELTEN EINE
ENTSCHEIDENDE ROLLE IM UNTERNEHMEN
Das Wohnhaus an der heutigen Schulhausstrasse 1
(Hausteil ganz rechts) in Oetwil am See war 1793 der Geburtsort des «Spinnerkönigs» Heinrich Kunz. Um 1930.
Die Spinnerei Ziegler, Greuter & Cie. im elsässischen Guebwiller.
In diesem Betrieb absolvierte Heinrich Kunz im Alter von 16 Jahren eine kaufmännische Ausbildung. Lithographie von 1824.
Die Spinnerei Oberuster um 1900. Rechts ist das angebaute Wohnhaus von Heinrich Kunz zu sehen. Das einstöckige Maschinenhaus mit dem Kamin ist eine spätere Erweiterung.
In Niederuster wendete Heinrich Kunz erstmals das später immer wieder verwendete Baumuster mit Satteldach und Quergiebel an. Um 1900.
Doppelspinnerei von Heinrich Kunz in Windisch auf einer Postkarte um 1910. Bei einem Umbau Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Geschosszahl von sechs auf vier, aber höhere Geschosse reduziert.
Das Spinnereigebäude in Unter-Aathal präsentiert sich nach einem Umbau 1997/98 wieder im ursprünglichen Zustand, wie auf dem Foto von 1902.
Die Spinnerei Rorbas 1986. Nach einem Dachstockbrand im Jahr 1996 wurde das typische Erscheinungsbild nicht mehr vollständig wiederhergestellt.
Die Spinnerei in Kemptthal kaufte Heinrich Kunz von einem zahlungsunfähigen Fabrikanten. Sie entspricht deshalb in ihrer Form nicht den sogenannten Musterspinnereien. 1993.
Die Spinnerei Adliswil-Sood mit den beiden Fabrikgebäuden von Heinrich Kunz im Stil seiner Musterspinnereien, 1918–1937.
Das ursprüngliche Spinnereigebäude in Linthal wurde 1946 durch einen Neubau ersetzt.
Der Stand der Schweiz an der Weltausstellung 1851 in London. Auch Heinrich Kunz besuchte diese Ausstellung, an der sein Unternehmen mit einem Stand vertreten war.
Der Zusammenzug aller Inventare ergab am
5. November 1859 für den verstorbenen Heinrich Kunz ein Vermögen von 16 849 416.78 Franken.
Das Kosthaus von Heinrich Kunz von 1827 auf dem Sonnenberg in Niederuster war eines der frühesten Kosthäuser überhaupt. Es wurde 1969 abgerissen.
Eines der zahlreichen Wehre am Aabach in Uster.
Trotz fortschreitender Industrialisierung zeigte sich Uster 1850 noch sehr ländlich.
Die Fabrikantenvilla von Heinrich Kunz in Windisch, 1993.
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Die an Flüssen gelegenen, noch heute mächtig wirkenden Gebäude waren meistens quer ins Tal gestellt und prägten als anfänglich alleinstehende Bauten die Landschaft. Die Spinnereigebäude von Heinrich Kunz besassen ein flaches Sattel- oder Walmdach mit traufseitiger Hauptfassade. Als besonderes Merkmal ist der markante Quergiebel zu nennen, der der Hauptfassade eine imposante Erscheinung verleiht und oft über einem Mittelrisalit steht. Die rechteckigen Fabrikgebäude waren für eine möglichst natürliche Belichtung auf allen Seiten mit vielen Fenstern versehen. Mit der wiederholten Reproduktion von Spinnereien nach dem gleichen Muster konnte Heinrich Kunz die Baukosten optimieren. Mit dieser rationellen Bauweise für mehrere fast identische Fabrikgebäude dürfte er in der Frühzeit der Industrialisierung zu den Pionieren gehört haben. Zugleich ermöglichten die Bauten für die damalige Spinnereitechnik effiziente Betriebsabläufe.
DIE «MUSTERSPINNEREIEN» VON HEINRICH KUNZ
Oberuster um 1900 mit der Spinnerei von Heinrich Kunz.

Susette Wunderly-Zollinger (1816–1895), Ölgemälde. Die Nichte von Heinrich Kunz zählte zu seinen engsten Vertrauten.

Elisabetha Hauser-Kunz (1791–1853), eine der Schwestern von «Spinnerkönig» Heinrich Kunz. Bis zu ihrer Heirat im Jahr 1834 führte sie in Oberuster den Haushalt ihres Bruders. Ölgemälde.

Susanna Zollinger-Kunz (1790–1849), eine der Schwestern von «Spinnerkönig» Heinrich Kunz. Mehr als zehn Jahre lang lebte sie in der Fabrikantenvilla in Windisch und vertrat dort ihren Bruder. Ölgemälde von Giacomo Gritti (1819–1891) aus Bergamo.

Das Schloss Greifensee von Osten, gegen Ende seines Lebens kurzfristiger Wohnort von Heinrich Kunz, kolorierte Lithographie um 1840.
Werner Bosshard: «Spinnerkönig Heinrich Kunz. Erfolgreich, rastlos und rücksichtslos»,
Bd. 1: Biographie, Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik, Bd. 119,
hrsg. vom Verein für wirtschaftshistorische Studien, Zürich 2021.
entwickelt durch

Gelungener Start mit der Spinnerei in Oberuster

20 Jahre Prozesse um die Wasserrechte in Niederuster

Begeisterter Empfang in Windisch

Arbeit für die Glarner Bevölkerung in Linthal

Gegen den ganzen Gemeinderat Rorbas

Fabrikkauf aus einem Konkurs in Oberkemptthal

Gefängnisstrafe wegen Wasserrechtsstreit in Adliswil

Eine neue Spinnerei im vorher unerschlossenen Unter-Aathal

Das Fabrikimperium von Heinrich Kunz in den 1850er Jahren

Aufbau eines Königreichs

Die «Musterspinnereien» von Heinrich Kunz

Kunz als Kapitalgeber

Baumwolle,  Märkte und Maschinen

Technisch versiert und viel
«en route»

Die Familienmitglieder spielten eine entscheidende Rolle im Unternehmen

Ein harter Fabrikherr
Streit um Wasserrechte
Arbeiterschaft, Arbeitskampf und Soziales
Kleines öffentliches Engagement

Das Erbe eines des reichsten Zürchers

Öffentliches Engagement und Erbe

Ausbildung im Elsass, erste Spinnereien in der Schweiz

Wohlhabender Vater
Familie und Ausbildung